Faktenchecks bei der dpa. Mit Teresa Dapp
Shownotes
Gast: Teresa Dapp (Geschäftsführerin dpa-infocom, Leiterin dpa-Faktencheck) Host: Marten Neelsen, Kommunikationsberater und Kolumnist
Alltag und Auftrag des dpa-Faktenchecks
- [ca. 00:02:20] Teresa Dapp beschreibt die dpa als B2B-Nachrichtenagentur, die seit 1949 faktenbasierte Inhalte für Redaktionen liefert und deren Faktencheck-Team parallel gegen Desinformation arbeitet.
- [ca. 00:03:25] Sie erläutert, dass das Team von rund 30 Personen globale Behauptungen sichtet und nur prüfbare Claims statt Meinungen bearbeitet.
- [ca. 00:07:45] Vier-Augen-Prinzip, klar definierte Auswahlkonferenzen und transparente Korrekturen sichern die Qualität jedes Checks.
Methoden & Kriterien
- [ca. 00:11:45] Die Redaktion nutzt klassische Recherche, Experten, Studien und Bilderrückwärtssuchen, um Behauptungen zu verifizieren oder zu widerlegen.
- [ca. 00:12:10] Beispiel: vermeintliche Demonstrationsfotos werden auf ihr ursprüngliches Entstehungsdatum geprüft, um missbräuchliche Kontexte aufzudecken.
- [ca. 00:13:00] Auch Satire und scheinbare „Faktenchecks“ werden erklärt, wenn sie ohne Kontext Wut befeuern.
Themenfelder & Beispiele aus der Praxis
- [ca. 00:15:00] Migration, Klima und Gesundheitsfragen (von Corona bis Sonnencreme-Mythen) zählen zu den Dauerthemen der Desinformation.
- [ca. 00:18:35] Emotionalisierte Posts mit Großbuchstaben, Musik oder drastischen Vergleichen verbreiten sich schneller als nüchterne Fakten – ein Challenge für journalistische Erklärstücke.
- [ca. 00:21:30] Social-Media-Fakes zu Demonstrationen, Influencer-Scams und Gesundheitsbehauptungen zeigen, wie breit das Spektrum reicht.
Prävention, Plattformen und Verantwortung
- [ca. 00:23:15] Prebunking-Kampagnen vor Wahlen warnen etwa vor ungültigen Stimmzettelmythen oder unsicheren Gewinnspielen.
- [ca. 00:32:00] dpa arbeitet direkt mit Meta und TikTok zusammen: Faktenchecks bleiben als Gegenrede sichtbar und fügen Kontext hinzu, ohne Inhalte zu löschen.
- [ca. 00:34:00] Teresa macht deutlich, dass Faktenchecks kein Zensurinstrument sind, sondern notwendiger Widerspruch gegen Falschbehauptungen.
KI, Algorithmen und neue Risiken
- [ca. 00:26:25] „AI-Slob“ beschreibt billige, aber reichweitenstarke KI-Fakes, etwa TikTok-Videos mit erfundenen Aussagen von Politikern.
- [ca. 00:31:15] Algorithmische Geschäftsmodelle belohnen Emotionalisierung – Plattformen und Politik müssen Verantwortung übernehmen, um Reichweite nicht nur Fakes zu überlassen.
Teamgesundheit & Ausblick
- [ca. 00:39:45] Das Team schützt sich vor belastendem Material (Ton aus, schwarz-weiß, Bildschirm abdecken) und tauscht sich offen über mentale Belastungen aus.
- [ca. 00:42:35] Blick nach vorn: KI-Fälschungen werden realistischer, deshalb braucht es mehr Transparenz, Beweisführung für echte Pressefotos und konsequente Medienbildung.
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